Erfreuliches Zeichen

2004/06

Im Juni 2004 wurde ein goldenes Kuppelkreuz auf der Dresdener Frauenkirche errichtet, ein Geschenk der Queen und ein Denkmal der Versu00f6hnung. Mein Leserbrief erschien mit der u00dcberschrift

Erfreuliches Zeichen:

Kurz vor Kriegsende hat der britische General Harris noch am 13.Febr.1945 die Bombardierung Dresdens organisiert, so dass dabei rund 300.000 Menschen verbrannten. Es waren hauptsu00e4chlich deutsche Flu00fcchtlinge.
Die Aachener Zeitung sollte es nicht nu00f6tig haben, aus politischen Gru00fcnden Ru00fccksicht zu nehmen, so, wie es der damalige Bundespru00e4sident von Weizsu00e4cker tat, als er u00f6ffentlich verku00fcndete, es seien “nur” 30.000 Todesopfer zu beklagen gewesen. Die furchtbare Wahrheit hu00e4tte in der Tat nicht dem volkspu00e4dagogisch erwu00fcnschten Geschichtsbild entsprochen.
In einer Frontalsendung des ZDF wurde ebenfalls diese falsche Zahl genannt, obwohl es sehr einfach gewesen wu00e4re, vor Ort zu recherchieren, wo es Beweise in Fu00fclle gibt fu00fcr die in Wahrheit zehnmal so hohe Zahl.
Dass die Briten nun ein Strahlenkreuz aus Gold fu00fcr die Frauenkirche gestiftet haben, ist ein erfreuliches Zeichen. Dagegen war die Einweihung des Harris-Denkmals durch Queen Mum jedoch kein versu00f6hnliches Zeichen.

Das Echo auf meine Kommentare war stets positiv. Aus einer Zuschrift soll stellvertretend fu00fcr viele andere zitiert werden:
u201eSehr geehrter Herr Seiz, wie wohltuend ist es, wenn sich Menschen gegen die heuchlerischen Politiker wenden. Warum unsere Politik sich nicht zur Wahrheit bekennt und die Medien entsprechend falsch reagieren, ist mir nicht klar. Fakt ist doch, dass es in Dresden u00fcber 300.000 Tote gab, meistens Flu00fcchtlinge aus dem Osten, wie es im Dresdner Stadtarchiv noch bis 1991 zu erfahren war.