Unerträgliche Worte

2012/05

An die Redaktion: u00a0

…ein Kommentar Ihrer heutigen Ausgabe erfordert dringend eine passende Erwiderung: u00a0

Jemand hat heute Gaucks Israelbesuch kommentiert und fu00fchrte u.a. aus:
“Dass Israel keinen guten Ruf genieu00dft, mag auch an der Niedertracht eines Gu00fcnter Grass…liegen.”

Solche Worte sind unertru00e4glich, sie ku00f6nnen nur von jemandem stammen, der das Leid, das die israelische Regierung den Palu00e4stinensern seit 1948 antut, nicht kennt. Wer von einer Sache nichts versteht, sollte aufhu00f6ren, in unserer seriu00f6sen Zeitung Kommentare zu schreiben.

Unser neuer Bundespru00e4sident hat mit seinem Besuch in Israel eine sehr schwere Aufgabe vorbildlich gemeistert. Als er den Regierungschef bat, den Siedlungsbau im Westjordanland endgu00fcltig zu beenden, um so einen ersten Schritt zum Frieden im Nahen Osten einzuleiten, zeigte Nitanjau ihm die kalte Schulter, will sagen: Wenn die Palu00e4stinenser das nicht wollen, ku00f6nnen sie ja gehen. Und genau diese Einstellung, die die Unterdru00fcckung der Palu00e4stinenser und die erzwungene Landnahme fu00fcr viel wichtiger hu00e4lt als den Frieden, hat auch Gu00fcnter Grass erkannt und mit klaren Worten in seinem Gedicht formuliert.