Warum eine Ausbildungsplatzabgabe?

2004/02

Die Wirtschaft hu00e4tte nun bis Oktober Zeit, allen Ausbildungswilligen eine Lehrstelle anzubieten, um damit eine Umlage per Gesetz zu verhindern, heiu00dft es neuerdings aus Berliner Regierungskreisen.

Was wird da angedroht und wozu soll ggf. das einzutreibende Geld verwendet werden? Wissen die Politiker denn u00fcberhaupt, dass auf diese Weise das Persu00f6nlichkeitsprofil des Ausbildungswilligen um kein Jota verbessert werden kann, um schlieu00dflich den Mindestanforderungen, die an den Lehrling zu stellen sind,zu erfu00fcllen?
Oder sollen diese Mittel dazu verwendet werden, um dem Ausbildungswilligen Deutsch und Bruchrechnen per Nachhilfeunterricht beizubringen? Oder sollen die Lehrer fortgebildet werden, damit sie nicht mehr lu00e4nger den Sozialkundeunterricht, in dem die Schulabgu00e4nger mit einem ausgepru00e4gtem Anspruchsdenken auf ihr neues Umfeld entlassen werden, als Hauptfach betrachten?

Die Wirtschaft wu00fcrde nur zu gerne mehr Lehrlinge einstellen, wenn nicht zu befu00fcrchten wu00e4re, dass die Betriebe erst einmal das nachholen mu00fcssen, was die Schule (und auch das Elternhaus!) nicht erreicht haben. Wer mit der Lehrlingseinstellung beruflich zu tun hat, der weiu00df um den Kampf, der bereits lange vor dem Schulabschluss (etwa der Hauptschule) um die wenigen qualifizierten Bewerber
zwischen den einzelnen Betrieben einsetzt.
Diese Bewerber werden nur zu gerne eingestellt, auch u00fcber den Ausbildungsbedarf hinaus. Denn diese wenigen jungen Hoffnungstru00e4ger unserer Gesellschaft sind sich auch nicht zu schade, einmal den Hof zu kehren oder andere dringende Arbeiten zu verrichten, die nicht im Ausbildungsplan stehen, dessen genaue Einhaltung von den Gewerkschaften mit Argusaugen u00fcberwacht wird.